„Wir müssen wieder Volkspartei sein“

| Kategorie: Kategorie: Meinung | 2 Minute(n) Lesezeit

Laut einer Wahlanalyse von Infratest dimap für die ARD haben 23% der Erstwähler FDP und 22% der Erstwähler die Grünen bei der Bundestagswahl gewählt. Die Union folgt abgeschlagen auf Platz vier mit 10%. In der relevanten Altersgruppe 18 bis 24 Jahre zeigt sich das gleiche Bild. In jeder Altersgruppe hat die Union Stimmenverluste hinnehmen müssen, vorne liegen wir mit 38% Stimmanteil nur in der Altersgruppe 70+, und selbst hier holt uns die SPD mit 35% fast ein. Das zeigt uns, dass wir als Volkspartei immer mehr an Relevanz besonders in den jungen Bevölkerungsschichten verlieren.

Das hängt vor allem an vielerlei Gründen, die auch bereits Jens Münster, Landesvorsitzender der Jungen Union Rheinland-Pfalz an anderer Stelle aufgezeigt hat. Wir als Ring Christlich-Demokratischer Studenten in Rheinland-Pfalz vertreten knapp 125.000 Studenten in unserem Bundesland. Unsere Altersgruppe orientiert sich immer mehr an den Inhalten der FDP und Grünen, statt an den wertkonservativen Idealen der CDU. Das fängt in der Klimapolitik an und hört in der Bildungspolitik auf. Grüne Phantastereien und linke Ideologie wie das gender mainstreaming an deutschen Hochschulen nervt den Großteil der Studenten. Aber sie finden kein Zuhause, wo sie gehört werden.

Wie kann es sein, dass wir als CDU das so wichtige Wählerklientel der Studenten außenvorlassen? Im CDU-Wahlprogramm kommt das Wort „Studenten“ nicht ein einziges Mal vor. Klare und zielführende Ideen für die Attraktivität von deutschen Hochschulen fehlen durchgängig. Sich mit der Ausrede, Bildungspolitik sei Ländersache, zufrieden zu geben, offenbart nur das eigentliche Problem der Union: Die fehlende Fähigkeit, klar für Ideen und Ziele nach außen zu stehen.

Monatelang haben wir uns an der Kandidatenfrage aufgehalten, erst beim Parteivorsitz, dann beim Kanzlerkandidaten. Auf die Basis und die CDU-Mitglieder wurde da nicht gehört, die ganz deutlich andere Favoriten als das Parteiestablishment hatten. Wenn wir als Partei interessant bleiben wollen, müssen wir auch auf die Partei hören. FDP, Grüne oder SPD geben keine besseren Antworten auf die Fragen der Zeit, sie verpacken die Antwort nur besser.

Im Wahlkampf sind wir durch Lacher unseres Kanzlerkandidaten im Internet-Wahlkampf aufgefallen, die andere Parteien wirkungsvoll in den Sozialen Medien gestreut haben. Unsere Themen hat man stattdessen in der Online-Kommunikation vermisst. Und wer es sich so leicht macht, und sagt, es ist nur Twitter und im Internet werden keine Wahlkämpfe gewonnen, ignoriert insbesondere die junge Wählerschaft.

In der Union ist es Zeit für einen Neuanfang. Wir brauchen eine klare werteorientierte Politik, die sich traut, auch neue Köpfe in die erste Reihe zu stellen. Wir müssen uns inhaltlich neu finden. Wir müssen konservative wie auch wirtschaftsliberale Themen besetzen. Wir müssen aber auch ernstzunehmende Klimapolitik betreiben und wir müssen vor allem den jungen Leuten in Deutschland eine Alternative zu linker und grüner Politik zeigen. Wir müssen wieder Volkspartei sein.

 

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