Quo vadis Quote?

| Kategorie: Kategorie: Aus der Partei | 2 Minute(n) Lesezeit

In dieser Woche wurden erneut Forderungen nach einer verbindlichen Frauenquote in der CDU laut. So will etwas CDU-Generalsekretär Mario Czaja beim nächsten Parteitag eine „verbindliche Quotierung“ einführen. Schließlich sei die Hälfte der Bevölkerung weiblich. Das soll sich seiner Meinung nach auch in CDU-Führungspositionen wiederspiegeln. Wir haben in Rheinland-Pfalz gefragt und zwei Gastbeiträge mit dem Für und Wider für Sie. Einen Mann, nämlich den Wissener Landtagsabgeordneten Dr. Matthias Reuber, der für die Quote argumentiert – Lena Knappek aus der CDU Rhein-Selz, die vehement dagegen ist.

PRO: Dr. Matthias Reuber, MdL

„In zwei Jahren werben wir als CDU bei der Kommunalwahl im ganzen Land um Stimmen für unsere Politik zur Gestaltung der Zukunft unserer Städte, Kreise und Dörfer. Als Volkspartei ist es dabei unser Anspruch, die gesamte Gesellschaft mit unserem Angebot anzusprechen. Daher sollte es eigentlich auch selbstverständlich sein, dass Frauen und Männer gleichermaßen auf den Listen unserer Partei sichtbar werden.
Schaue ich mir unsere Listen der vergangenen Kommunalwahl an, dann stelle ich fest, dass wir in diesem Bereich noch besser werden können. Wir müssen es aus meiner Sicht auch, wollen wir auch zukünftig den Anspruch haben, stärkste Kraft zu werden. Eine Quote kann dabei helfen, ausgewogenere Listen zu erstellen, bei denen sowohl Frauen als auch Männer angemessen berücksichtigt werden.
Ich bin mir bewusst, dass es vor Ort unterschiedliche Schwierigkeiten gibt und möchte den Verantwortlichen unserer Partei in den Verbänden vor Ort auch noch genügend Freiräume lassen. Eine Regelung mit z.B. einem Drittel Frauen, einem Drittel Männer und einem Drittel zur beliebigen Verteilung kann eine Hilfe und ein erster Schritt in die Richtung ausgewogenerer Listen sein.“

Dr. Matthias Reuber MdL

CONTRA: Lena Knappek, CDU Rhein-Selz

„Ein Gedankenspiel: Die Ständepartei

Die CDU hat sich endlich den Quoten hingegeben. Ich freue mich auf Dachdeckermeisterinnen, Krankenschwestern, LKW-Fahrerinnen, Erzieherinnen, Landwirtinnen und Malermeisterinnen in der CDU, natürlich im akkuraten Verhältnis.

Natürlich wird es schwer für Lehrerinnen und Juristinnen, schließlich sind Quoten die neue Maxime, damit unsere Struktur auch dem Mittel des Statistischen Bundesamtes zur exakten Abbildung der Gesellschaft entspricht.

Konsequenterweise unterbinden wir dann auch das Kumulieren und Panaschieren, denn Quoten dürfen nicht durch Wahlen verändert werden. Zack – über 45 % – die CDU holt wieder absolute Mehrheiten!

Quoten sei Dank! Denn die Alternative wäre:

  • Veranstaltungen, Mentorenprogramme und thematische Angebote, die explizit Frauen ansprechen</li>
  • tatsächliche Vereinbarkeit von Familie und politischem Engagement
  • Sitzungen mit Zeitlimit
  • eine kinderfreundliche Atmosphäre bei Parteitagen
  • Diskussionen statt Monologe! Durch die Vorlage von Berichten in Schriftform vor der Sitzung
  • ernsthafte Auseinandersetzung mit wirklichen Frauenthemen, wie der  Diskriminierung junger Frauen allein aufgrund der
  • biologischen Möglichkeit, schwanger werden zu können
  • die Schaffung von Glaubwürdigkeit, indem wir nur Männer zur Frauenförderung sprechen lassen, die nachweislich für Frauen Platz gemacht haben.

Politik zur Herzenssache machen – das wäre der bessere Weg. Wieso fordern einige lieber lautstark den vermeintlich leichteren?“

Lena Knappek (c) Ben Pakalski

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