Langsamer fahren. Schneller ankommen.

| Kategorie: Kategorie: Meinung | 1 Minute(n) Lesezeit

Auch wenn es Spaß macht: Wir müssen langsamer fahren, meint der CDU-Landtagsabgeordnete Gerd Schreiner. Der Leiter des Zukunftsfeldes Klimaschutz spricht sich – unter anderem – für ein Tempolimit aus, um Energie zu sparen. Er ist überzeugt, dass wir Rohstoffe für wichtigere Aufgaben brauchen als schnell Auto zu fahren. Lesen Sie hier seinen Meinungsbeitrag.

„Mein Führerschein ist keine zwei Wochen nach meinem 18. Geburtstag ausgestellt. Ohne das Auto hätte ich vieles – im wahrsten Sinne des Wortes – nicht erreichen können. Auto zu fahren bedeutet mir viel. Und ich gebe es zu, in einem guten Auto schnell zu fahren, zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht. Das Verhältnis von uns Deutschen zu unseren Autos lässt sich rational oft nicht erklären. Ich nehme mich da ausdrücklich nicht aus. Aber weil es CO2 und Energie spart und weil es Diktatoren ihre Finanzierungsquellen entzieht, müssen wir langsamer fahren. Warum? Der Physik wegen… Für den Energieverbrauch eines Fahrzeugs ist bei höheren Geschwindigkeiten der Luftwiderstand maßgeblich. Dabei ist es völlig egal, wie ausgereift und windschlüpfrig das Auto ist, ob ich einen Verbrenner- oder einen Elektromotor unter der Haube habe: Verdopple ich die Geschwindigkeit, vervierfache ich den Luftwiderstand und damit den
Verbrauch.

Mein wunderschöner, dunkelblauer Volvo-Kombi mit den schicken Alu-Felgen verbraucht bei 100 km/h sieben Liter und bei 150 km/h 14 Liter. Und außerdem stößt er bei 150 km/h auch doppelt so viel CO2 aus wie bei 100 km/h. Der Chemie wegen…
Ich finde deshalb, es ist höchste Zeit, auch in Deutschland beim Autofahren mehr Energie zu sparen: durch moderne Antriebe und leichtere Fahrzeuge, durch Fahrgemeinschaften und das Umsteigen auf Bahn, Bus und Rad, durch intelligente Verkehrssteuerung und ein vernünftiges Tempolimit.

Wir brauchen unsere wertvollen Rohstoffe dringend für wichtigere Aufgaben, als schnell Auto zu fahren – und dabei noch nicht mal signifikant schneller ans Ziel zu kommen.“

www.gerd-schreiner.de

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