Gemeinsam für die neue CDU

| Kategorie: Kategorie: Aus der Partei | 3 Minute(n) Lesezeit

Nach der verlorenen Landtagswahl hat sich die CDU Rheinland-Pfalz 2021 auf den Weg gemacht: Die Partei will sich neu aufstellen – und zwar umfassend und auf breiter Basis. Seit dem Startschuss zur Parteireform Ende vergangenen Jahres arbeiten fünf Teams intensiv an neuen Strukturen, am Dialog mit den Mitgliedern, an der Gewinnung neuer Mitglieder und veränderten Prozessen. Mit dabei: Rund 50 Frauen und Männer – Jung und Alt, Abgeordnete, Ortsvorsitzende, interessierte Mitglieder aus allen Ecken von Rheinland-Pfalz. Sie alle bringen ihre Erfahrungen aus den unterschiedlichen Ebenen ein und diskutieren intensiv darüber, was sich verändern muss. In einem sind sich alle einig: Die CDU muss sich bewegen. Wie der Austausch in den Arbeitsgruppen die Partei voranbringt, welche Veränderungen bereits konkret werden, darüber lesen Sie heute.

Es ist Dienstag dieser Woche, 18 Uhr. Pünktlich wählen sich die drei CDU-Mitglieder zu ihrem digitalen Treffen ein. Die Stimmung ist gut, alle freuen sich auf die Debatte. Und alle opfern ihre Freizeit für das eine große Ziel: die CDU Rheinland-Pfalz neu aufzustellen.

An diesem Abend geht es um unterschiedliche Wünsche der CDU-Mitglieder, sich am Parteileben zu beteiligen. Einige gibt es, die nur passiv dabei sein wollen, einige bringen sich gelegentlich ein, andere haben oder wollen vielleicht ein Amt übernehmen. „Es geht gerade darum, unsere Mitglieder besser zu verstehen“, erklärt Stefan Grieser-Schmitz, der auch Mitglied im CDU-Landesvorstand ist, den aktuellen Stand der Debatte. „Und am Ende darum, mit jeder Gruppe ideal und zielgerichtet zu kommunizieren. Den unterschiedlichen Mitgliedern genau das zukommen zu lassen, was sie individuell erwarten.“

Wunsch nach Mitarbeit und Mitbestimmung

Das Vorhaben ist ein erstes Zwischenergebnis der Arbeitsgruppe „Einbindungs- und Dialogprozess“. Eines steht fest: Es gibt bei vielen Mitglieder einen großen Wunsch nach Mitarbeit und Mitbestimmung. Es muss deshalb mehr Beteiligung und mehr Informationen geben – in alle Richtungen.

Um das sicherstellen zu können, braucht es auch aktive und effiziente Parteistrukturen. Damit befasst sich ein weiteres Team: die Arbeitsgruppe „Steuerungsmodell“. Robin Schmidt, Referent beim Landesverband, betreut die Arbeit der Gruppe. Er sagt: „Wir haben noch die Strukturen wie Ende der 80er-Jahre zu Regierungszeiten. Unsere Mitgliederzahl hat sich aber halbiert.“ Der Handlungsdruck ist also groß. Nicht nur, weil die Köpfe weniger werden, sondern damit auch die finanzielle Ausstattung der Partei.

Die CDU Rheinland-Pfalz braucht deshalb schlanke und leistungsfähige Strukturen im digitalen Zeitalter. Deshalb dreht sich die Diskussion in der Gruppe konkret darum, was die Geschäftsstellen und Kreisverbände leisten – leisten können und müssen. In der Verwaltung und als Dienstleister. Können bestimmte Aufgaben in regionalen Gebieten zusammengebunden werden? Auch hier ist den Teilnehmern in der Arbeitsgruppe eines bereits ganz klar: Es muss Strukturveränderungen geben.

Ist eine Zentralisierung nötig?

Damit einher gehen neue Prozesse – die Aufgabe der Arbeitsgruppe „Prozesse und Standards“. Auch hier geht es aktuell um eine mögliche Zentralisierung, etwa in der Finanzbuchhaltung. Aber auch eine Reihe weiterer, elementarer Prozesse steht auf dem Prüfstand, um sie effizienter zu gestalten.

Bei allen Optimierungen oder Einsparungen: Gleichzeitig muss die CDU wieder mehr Menschen von ihren Zielen überzeugen und neue Mitglieder gewinnen. Wie das gelingen kann, damit befasst sich eine weitere Arbeitsgruppe im Erneuerungsprozess.
Fakt ist: Das Durchschnittsalter der Mitglieder in Rheinland-Pfalz liegt mit 61 weit hinter dem der Bundespartei. Und so schlägt das Team vor, sich im Prozess zunächst eingehend um jüngere Mitglieder zu bemühen. An entsprechenden Formaten für verschiedene Zielgruppen wird derzeit gearbeitet.

Und so ist es mit allen Ebenen im Erneuerungsprozess: Die Arbeit hat begonnen, aber ist noch lange nicht zu Ende. Unterstützt wird die CDU Rheinland-Pfalz dabei vom Organisations- und Change-Experten Dr. Georg Kraus. Er weiß: Die CDU Rheinland-Pfalz braucht tiefgreifende Veränderungen, und die brauchen manchmal Jahre.

An diesem Dienstagabend, in der Sitzung der Arbeitsgruppe, sind sie überzeugt: Der eingeschlagene Weg ist der richtige. Jan Grünewald, der erst vor zwei Jahren Unionsmitglied wurde, kam sich, auch aufgrund der fehlenden Veranstaltungen während der Pandemie, zunächst recht verloren vor in der Partei. Dass er jetzt als junges Mitglied die Chance hat, an der Neuausrichtung der CDU mitzuwirken, freut ihn sehr. „Ich möchte einfach dazu beitragen, dass andere Menschen besser eingebunden werden“, sagt der Hunsrücker.

Der Anfang ist mit vielen motivierten Menschen aus allen Reihen der Partei gemacht.
Gemeinsam für ein neues Miteinander.

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