Wahlkampf an der Ahr: Mit Tatkraft, Teamgeist und Herzblut

| Kategorie: Kategorie: Aus der Partei | 2 Minute(n) Lesezeit

An diesem Sonntag wird an der Ahr ein neuer Landrat gewählt. In der Kreisverwaltung warten große Herausforderungen. Horst Gies (CDU) führt das Amt schon seit fünf Monaten kommissarisch. Wir haben mit ihm über einen Wahlkampf in besonderen Zeiten gesprochen.

Herr Gies, die Landratswahl steht im Zeichen der Flutkatastrophe. War und ist da Wahlkampf überhaupt noch möglich?

Das ist sicherlich eine Herausforderung. Ich übe das Amt des Landrats seit fünf Monaten bereits kommissarisch aus. 14 -Stunden-Tage sind keine Seltenheit, die Wochenenden sind voll. Aber Wahlkampf muss auch in solchen Krisenzeiten möglich sein. Es geht um demokratischen Wettbewerb und darum, für seine Ideen und Konzepte bei den Bürgerinnen und Bürgern zu werben. Ich mache das mit viel Herzblut.

Was ist Ihre persönliche Motivation, sich für den Landratsposten zu bewerben?

Der Wille, den Landkreis weiterzuentwickeln, zu modernisieren, den Neu- und Wiederaufbau unserer Heimat zu gestalten. Es sind auch die persönlichen Erlebnisse aus der Flutnacht und der Zeit danach, die mich antreiben. 134 Menschen kamen ums Leben, Tausende sind geschädigt. Viele Opfer kannte ich persönlich. Auch meine Schwägerin starb in der Flutnacht. Die Hinterbliebenen, die Angehörigen, die Bewohner des Landkreises erwarten unsere Hilfe. Das ist für mich Verpflichtung. Diese Verpflichtung sehe ich auch gegenüber der Generation meiner Eltern und Großeltern, die nach dem Zweiten Weltkrieg das Ahrtal wiederaufgebaut hat und auch gegenüber den künftigen Generationen. Wir wollen ihnen ein lebens- und liebenswertes Ahrtal hinterlassen.

Wie viel Jahre werden noch ins Land gehen, bis so etwas wie Normalität im Ahrtal einkehren wird?

Das muss man in drei Phasen unterteilen. In Phase eins geht es um den Wiederaufbau der Häuser, und da gibt es große Probleme mit der Landesförderbank ISB. Viele Fragen sind ungeklärt: Was bekommen diejenigen, die keine Versicherung haben? Was bedeuten die 80 Prozent für den Aufbau, wie muss man bauen, wo und in welcher Form, wenn das Haus im Hochwassergebiet liegt? Das sind alles Fragen, auf die wir bislang von der Landesregierung keine Antwort erhalten haben. Vergangene Woche waren von 1600 Anträgen 23 ausgezahlt. Das dauert viel zu lange und das habe ich in einem Brief an die Ministerpräsidentin sehr deutlich gemacht. Phase zwei dauert zwischen drei und fünf Jahren. Es geht um den Aufbau der Infrastruktur, etwa Straßen, Internet, Mobilfunk, ÖPNV, Bahnstrecken, Radwege, Kanalnetz. Phase drei dauert bis zu zehn Jahre, dort wird es an die „Feinheiten“ gehen. Zu Phase eins zähle ich übrigens auch den Wiederaufbau und die Nutzung von Sportplätzen. Denkbar ist, dass sich mehrere Kommunen Sportplätze teilen, die durchaus auch in den Hochwassergebieten liegen könnten. Ich bin da gerade in Gesprächen mit Vereinen und Sportbünden.

Was bekomme ich mit Ihnen als Landrat, was andere nicht mitbringen?

Ich verfüge über große Erfahrung, kenne die Menschen und den Landkreis wie meine Westentasche. Als langjähriger Geschäftsführer des Bauern- und Winzerverbandes in den Kreisen Ahrweiler und Mayen-Koblenz bin ich in jedem noch so kleinem Ort vorbeigekommen. Ich bin hier aufgewachsen, verfüge über ein großes Netzwerk, bin mit Tatkraft und Teamgeist bei der Sache, und das über Parteigrenzen hinweg. 2019 wurde ich vom Kreistag mit 44 von 46 Stimmen als Kreisbeigeordneter gewählt, ich denke, damit wird meine Überparteilichkeit deutlich.

Mehr Infos: https://horstgies.de/

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