Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser

| Kategorie: Kategorie: Aus der Partei | 2 Minute(n) Lesezeit

Nach Corona wird nichts mehr sein, wie es mal war. Das gilt auch für die Art, wie wir arbeiten. CDU-Generalsekretär Jan Zimmer ist überzeugt: Was den Wunsch nach mehr Homeoffice und flexiblerem Arbeiten betrifft, werden sich Arbeitgeber bewegen müssen. Zimmer hat jetzt eine Experimentierklausel für flexibleres Arbeiten angeregt.

Deutschland  – Homeofficeland. Noch nie arbeiteten die Deutschen mehr von zuhause wie in der Coronazeit. Umfragen zeigen, dass sich viele Arbeitnehmer vorstellen können, auch künftig öfter von zuhause zu arbeiten. Unternehmen werden darauf reagieren müssen, sagt CDU-Generalsekretär Jan Zimmer. „Wer als Arbeitgeber nicht mitdenkt und entsprechende Angebote schafft, wird zwangsläufig im Wettbewerb um Arbeitskräfte irgendwann den kürzeren ziehen“, sagt er. Homeoffice – oder besser Telearbeit, da das Arbeiten nicht zwangsläufig in den eigenen vier Wänden geschehen muss – ermögliche es, Fachkräfte und gute Mitarbeiter größtenteils wohnortunabhängig zu beschäftigen. Es steigere die Lebensqualität für Beschäftigte, da das Pendeln wegfalle, und nehme Druck aus den Innenstädten.  Und, Stichwort Vereinbarkeit von Familie und Beruf. „Ich bin selbst Vater von zwei Kindern und habe im Homeoffice erlebt, wie anders und intensiv man Familie lebt und erlebt, wenn man die Zeit zuhause verbringen kann. Außerdem war in der Pandemie die Betreuung der Kinder einfacher sicherzustellen, wenn ein Elternteil von zuhause aus arbeiten kann.“ Dabei sei auch das Vertrauen des Arbeitgebers in seine Mitarbeiter wichtig.

„Wer als Arbeitgeber nicht mitdenkt und entsprechende Angebote schafft, wird zwangsläufig im Wettbewerb um Arbeitskräfte irgendwann den kürzeren ziehen“

Homeoffice sollte für diejenigen, die es wünschen, zum Regelfall werden, sagt Zimmer, und betont gleichermaßen, die Ausgestaltung sei Sache der Tarifpartner, also von Arbeitnehmern und Arbeitgebern: „Es darf keine Pflicht geben.“ So spreche schon die Praxis gegen eine Pflicht – wenn man Beispiele wie die Autowerkstätten oder Dachdecker nehme, bei denen Arbeiten von zuhause wegfalle.

Zwei Punkte regt Zimmer, der sich in den kommenden Wochen dem Thema „Zukunft der Arbeit – Arbeit der Zukunft“ widmen will, an: etwa Steuererleichterungen für Unternehmen und Betriebe, die ihre Mitarbeiter fürs Homeoffice austatten. Und: Der CDU-Generalsekretär schlägt eine Experimentierklausel für neuartige Arbeitsmodelle vor. Demnach müssen Abweichungen von allen bundesgesetzlichen Regelungen möglich sein, wenn die Beteiligten das wollen. Die Arbeitszeit- und Arbeitsschutzregeln wolle er nicht grundsätzlich in  Frage stellen. Die hätten ihre Berechtigungen. Aber man könne doch ausloten, was möglich sei, Arbeitnehmer und Arbeitgeber. „Wenn ich mittwochs zuhause elf Stunden arbeiten möchte, um donnerstags oder freitags am Nachmittag Zeit zu haben, um mich um die Kinder zu kümmern, sollte das kein Problem sein.“

Klar sei auch: Es brauche einen Wechsel in der Kultur. Der CDU-Landesverband Rheinland-Pfalz war einer der Vorreiter in der CDU, was  Homeoffice anging, stellte schon sehr frühzeitig auf das Programm Teams um. In der Pandemie war man sofort arbeitsfähig. Auch hier wieder das Thema Vertrauen. Wenn ein Mitarbeiter zwischendurch mal die Waschmaschine einräume und oder mit dem Hund unterwegs sei, dann sei das vollkommen in Ordnung, wenn die Arbeit später erledigt werde, sagt der „General“. Man könnte auch sagen: Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser.

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