280 Tonnen Hilfe jeden Tag

| Kategorie: Kategorie: Vor Ort | 1 Minute(n) Lesezeit

Rund 42.000 Menschen sind in der Region Ahrweiler von der noch immer unfassbaren Hochwasserkatastrophe betroffen. Die Versorgung der Menschen gestaltete sich teils schwierig: Viele wollen helfen – sehr viele, zum Glück. Doch es mangelte stellenweise an Koordination. Nick Falkner, Soldat aus Grafschaft, nahm das Ganze vor Ort schließlich selbst in die Hand – und baute mit seinen Helfern ein riesiges Verteilzentrum in der Lagerhalle eines örtlichen Unternehmens auf.

Rund 280 Tonnen an gespendeten Gütern bringt die freiwillige Mannschaft Tag für Tag mit Lkw und Lieferwagen dorthin, wo Lebensmittel und Arbeitsmaterial dringend gebraucht werden – Wasser, Essen, Schaufeln, Eimer, Windeln. Die Helfer erleben dabei das Leid der Menschen hautnah. „Unendliches Leid“, wie Nick Falkner sagt. Viele der Betroffenen werden traumatisiert sein, werden vielleicht erst in einigen Tagen realisieren, was passiert ist.

„Viele haben nur noch das, was sie am Körper tragen.“

„Die Leute sind oft gar nicht richtig bei sich, habe ich das Gefühl“, berichtet der 28-jährige Nick Falkner, während um ihn herum Paletten beladen werden, organisiert und die Lage abgestimmt wird. „Viele haben nur noch das, was sie am Körper tragen.“ Manche fragen nach einem paar Schuhe – erschöpft und dankbar. Andere sind froh, dass sie in Grafschaft duschen können.

Die Katastrophe sei das Schlimmste, das er je erlebt habe, erzählt der Soldat. Doch die gigantische Hilfsbereitschaft mithin auch das Schönste. Von Cuxhaven bis Stuttgart – von überall her kommen die Helfer nach Grafschaft. Falkner, der auch Kreisvorsitzender der JU in Ahrweiler ist und ein großes Netzwerk hat, startete einen Aufruf vergangenen Donnerstag über Facebook – inzwischen hat seine Gruppe „Hochwasser in AW – freiwillige Helfer“ fast 40.000 Mitglieder. Zwischen 40 und 60 Leute sind täglich vor Ort im Einsatz.

Bis die Grafschafter kamen, seien einige Ortschaften vom Hilfenetz völlig abgeschnitten gewesen, erzählt Nick Falkner und wirkt dabei gefasst, aber gleichzeitig fassungslos. Er ist seit Tagen fast rund um die Uhr im Einsatz und muss einen kühlen Kopf bewahren. Die Emotionen werden ihn und seine Helfer sicherlich noch lange nach ihrem Einsatz bewegen. Doch erst einmal machen sie weiter. Nick Falkner wird in der kommenden Woche als Oberleutnant Urlaub nehmen. Urlaub, um mit den unzähligen anderen Freiwilligen, den Hilfsorganisationen und Landwirten den vielen Tausend Menschen zu helfen.

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